6. Oktober 2020

Grundpfeiler

Montessori-Pädagogik

In unserer Arbeit in Hort und Schule orientieren wir uns an den Grundgedanken der Montessori-Pädagogik und setzen diese sowohl im vormittäglichen Unterricht als auch im Freizeitbereich am Nachmittag in die Praxis um.  

Die Montessori-Pädagogik beruht auf den Beobachtungen und Erfahrungen der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori, die mit ihrem ganzheitlichen Konzept neue Unterrichtsformen und didaktische Materialien für Kinder entwickelte.  

Das Kind steht im Mittelpunkt. Es wird als vollwertiger, selbständig denkender und handelnder Mensch gesehen und in seiner Persönlichkeit und Einmaligkeit geachtet. Jedes Kind erfährt bedingungslose Annahme, Liebe und Wertschätzung, unabhängig seiner Leistungsfähigkeit und seines derzeitigen Verhaltens.  

Wir ermöglichen jedem Kind individuelle Lernprozesse, indem wir die aktuellen Leistungsmöglichkeiten, Interessen und Lernaufgaben wahrnehmen, entsprechende Lernimpulse geben und Materialangebote machen. 

Freiheit ist nicht einfach vorhanden, sie muss sich im Prozess des Selbstaufbaus der Persönlichkeit entwickeln. Freiheit heißt nicht, machen zu können, was man will, sondern, „Freiheit heißt, Meister seiner selbst zu sein“. Entwicklungsgrad und Höhe der Verantwortungsübernahme des einzelnen Kindes entscheidet über Größe der persönlichen Freiheit. Die Freiheit unserer Kinder hat als Grenze die Gemeinschaft. 

Die freie Wahl der Arbeit ist grundsätzliche Arbeitsform, die sich in vielen Tätigkeiten des Alltags finden lässt. Sie umfasst die freie Wahl des Materials, des Arbeitsplatzes, der Partner sowie Zeitpunkt und Dauer der Arbeit.  

Die Entwicklung der Selbständigkeit und Selbsttätigkeit ist das übergeordnete pädagogische Ziel. Der Kernsatz „Hilf mir, es selbst zu tun“ gilt ausnahmslos für alle Bereiche. Wir geben so viel Hilfe, wie nötig, aber so wenig wie möglich. Selbständig und verantwortungsvoll handelnde Persönlichkeiten sind unser Ziel. Daher geben wir Raum für selbständiges Denken und Handeln sowie für freie Entscheidungen und Mitbestimmung. 

Für das gesamte Schulleben sowie für die Gestaltung von Nachmittags- und Ganztagsangeboten gelten die Prinzipien der Vorbereiteten Umgebung

Alle Räumlichkeiten, bis hin zum Außengelände, sind als vorbereitete Umgebung mit Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder gestaltet. Die Raumgestaltung ist übersichtlich, gepflegt und ästhetisch, sie entspricht dem Alter und Entwicklungsstand der Kinder.  

Das Material ist Voraussetzung und Arbeitsgrundlage des selbständigen und aktiven Lernens und Handelns der Kinder. Das Materialangebot besteht weitestgehend aus Montessorimaterialien. Es ist gebrauchsbereit, in sich vollständig, geordnet, unbeschädigt und sauber.  

Im gesamten Schulleben sowie bei der Gestaltung von Nachmittags- und Ganztagsangeboten gilt das Prinzip der altersgemischten Lerngruppe, damit Kinder vermehrt voneinander und kooperativ lernen.  

Kinder wollen etwas leisten, wenn wir ihnen Anregungen bieten, ihren Interessen Raum geben und sie selbständig arbeiten lassen. Sie sind zu Leistungen motiviert, wenn sie Zusammenhänge erkennen und in den Lernprozess aktiv einbezogen werden können. Um unabhängiger und selbständiger zu werden gehört, dass Kinder lernen, ihre eigene Leistung einzuschätzen. Sie kontrollieren ihre Arbeit selbst, korrigieren die Fehler und verbessern sich dabei selbst. 

Alle pädagogischen Mitarbeiter*innen sind ausgebildete Montessori-Pädagog*innen. Ihr pädagogisches Handeln basiert auf der konsequenten Haltung, zum selbsttätigen Lernen nach dem Leitsatz: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Sie begleiten die Lebens- und Lernwege der Kinder und initiieren die individuellen Lernprozesse, indem sie dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes entsprechende Materialien anbieten und die Lernumgebung des Kindes so gestalten, dass dessen Selbständigkeit und Selbsttätigkeit gefördert werden.  

Christliche Schule

Im alltäglichen Handeln nach den Montessori-Grundsätzen, die Kinder als wertvolle einmalige Individuen zu respektieren und in ihrer bedingungslosen Annahme, zeigt sich unser christliches Menschenbild. Als christliche Einrichtung leben wir vor, was es heißt, sich aufgehoben zu fühlen bei einem vergebenden und liebenden Gott.  

Unsere zugrundeliegenden christlichen Werte möchten wir den Kindern näher bringen: Verantwortung für die Bewahrung und Gestaltung unserer Welt, Anerkennung und Achtung Andersdenkender, Nächstenliebe, Dankbarkeit, sowie Handeln und Verantwortung für Frieden und soziale Gerechtigkeit. Die Erfahrung des Eingebunden-Seins in den großen Zusammenhang der Schöpfung, das Entdecken der eigenen Lebenskräfte, Fragen und Antworten nach dem Sinn des Lebens und der Welt gehören ebenso zum Schul- und Hortalltag.  

Die Schulkultur ist geprägt von Wertschätzung unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Lebensentwürfen. Das Schulleben ermöglicht allen Erwachsenen und Kindern ein vertieftes Kennenlernen des evangelischen Glaubens und seiner lebendigen Gestaltung. Als Schulgemeinschaft nehmen wir uns in monatlichen Schulgottesdiensten und Andachten Zeit und Raum für die Begegnung mit dem christlichen Glauben. Gemeinsam feiern und erleben wir an Projekttagen und bei Festen die Höhepunkte des Kirchenjahreskreises und machen uns mit christlichen Traditionen vertraut. Jedes Kind nimmt am Religionsunterricht teil.  

Ganztägiges Lernen

Als Ganztagsschule streben wir eine Gestaltung des gesamten Schulalltags an, die unserem ganzheitlichen Bildungsverständnis ebenso wie unserem Anspruch Schule als Lebenswelt entspricht. Alle Pädagog*innen arbeiten im Team und gestalten den gesamten Schulalltag gemeinsam. 

Kinder und Erwachsene erleben Schule und Hort als eine Einheit, die sie aktiv mitgestalten können. Unterrichtszeiten und Betreuungszeiten im Hort sind miteinander verknüpft und können sich im Laufe des Tages abwechseln. Alle Kinder halten sich in der Kernzeit von 7.45 – 15.00 Uhr in der Schule auf. 

Schule ist nicht nur Ort, um Wissen zu vermitteln und sich anzueignen, sondern ein Ort, an dem sich Kinder, Eltern und Pädagog*innen einen Großteil des Tages aufhalten und sich wohl fühlen sollen. Außengelände, Schul- und Horträume werden so gestaltet, dass sie Erlebnis- und Handlungsfelder schaffen, wo Kinder mit-machen, mit-erleben und mit-fühlen können.  

Die Lebendigkeit des Schul- und Hortlebens zeigt sich ebenso in gemeinsam geplanten Projekten, in der Gestaltung von Festen, Ausflügen und Klassenfahrten, an denen alle Pädagog*innen beteiligt sind. 

Inklusive Schule

Die Lebenswelt Schule ist eine inklusive Schule. Die Schulgemeinschaft tauscht sich regelmäßig über inklusive Haltungen und Werte aus. 

Vielfalt und Teilhabe sind die selbstverständlichen und grundlegenden Werte. 

Unsere Schule ist ein Ort mit möglichst vielen verschiedenen Menschen (Mitarbeiter*innen, Familien und Kinder). Sie bilden eine Gemeinschaft, in der alle willkommen und einbezogen sind und sich wohlfühlen sollen.  

Eine große Vielfalt an Kindern mit besonderen Bedürfnissen, mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf und unterschiedlicher Herkunft ist darin willkommen. Alle bekommen die gleichen Chancen und leben, lernen und spielen gemeinsam. Für alle ist das Erleben von Verschiedenheit eine Bereicherung.  

Alle Mitglieder dieser Gemeinschaft stehen im offenen Dialog miteinander im Kontakt und gehen achtsam, wertschätzend, kooperativ und tolerant miteinander um. Jeder ist besonders und wird mit seinen Stärken und Schwächen wertgeschätzt. 

Soziales Lernen

Soziales Lernen findet immer statt, beim gemeinsamen Erleben, Lernen, Spielen, Arbeiten und Feiern. An unserer kleinen familiären Schule kennt jeder jeden, es herrscht eine vertrauensvolle Atmosphäre.  

Soziales Verhalten erlernen die Kinder nicht durch Verordnung, sondern durch Teilhabe, Mitgestaltung und ständiges Einüben. Wir vermitteln soziale Kompetenzen wie Achtung, Freundlichkeit, Konfliktbereitschaft, Toleranz, Hilfe, Angenommen-Sein, Verständnis, Verzeihen. Darauf legen wir Wert in der alltäglichen pädagogischen Arbeit und nehmen uns Zeit in Morgenkreisen, Klassenprojekten und Gottesdiensten. Wir schaffen Möglichkeiten für alle Kinder, Strategien zur friedlichen Konfliktlösung zu erlernen und zu erleben. 

Regeln für das Verhalten in der Gemeinschaft und Konsequenzen bei Nichteinhaltung entwickeln und überprüfen wir mit den mit Kindern gemeinsam. Sie gelten für alle Kinder und Erwachsenen in allen Bereichen Schulalltages: 

  • Ich habe das Recht, ungestört zu spielen und zu lernen. 
  • Ich verhalte mich anderen gegenüber rücksichtsvoll mit Worten und Taten. 
  • Ich nutze und achte die STOPP-Regel. 
  • Ich akzeptiere das Anders-Sein anderer Kinder, damit sich jeder in der Schule wohlfühlen kann. 
  • Ich helfe anderen, wenn sie Hilfe brauchen. 
  • Ich achte das persönliche Eigentum anderer und gehe achtsam mit den mir anvertrauten Gegenständen und Arbeitsmaterialien um.